10.02.2021

Marmorstein statt Eisen

Die Brücke von Villmar an der Lahn ist aus einem ganz besonderen Material


(rpt) Eines Tages stiegen Bürgermeister Simon Dill und Pfarrer Johannes Ibach aus Villmar in ein Ruderboot und versuchten die Lahn zu überqueren. Der Kahn kenterte und um ein Haar wären die Amts- und Würdenträger dabei ertrunken. Es war der letzte Beweis dafür, dass der Ort nun endlich eine eigene Brücke über den Fluss brauchte.
 

Marmor war am billigsten
 

1895 wurde sie errichtet, aus einem ganz besonderen Baustoff, dem Lahn-Marmor. So wurde der Kalkstein genannt, der hier am Fluss in großem Stil abgebaut wurde. Überall in der Welt sollte das besonders polierfähige Gestein Portale und Säulen zieren. Hier an der Lahn war es ganz nah, der nächste Steinbruch nur ein paar Hundert Meter entfernt. So wurden die Pläne, den Fluss mittels einer Eisenkonstruktion zu überbrücken, auch wieder verworfen. Lahn-Marmor war billiger und leicht zu beschaffen. Jahrhundertelang hatten die Bewohner der Gemeinde Villmar den Fluss mit einem Boot oder einer Fähre überqueren müssen. Wer eine Brücke wollte, musste ins fünf Kilometer entfernte Runkel ausweichen. Ein unhaltbarer Zustand, zumal seit 1862 die Lahntalbahn ihren Betrieb aufgenommen hatte und auf der anderen Flussseite vorbeifuhr.
 

Lahnmarmor-Museum und ein alter Steinbruch
 

Nach einem langen Hin und Her begannen im Sommer 1893 die Bauarbeiten, Ende 1895 konnte die Brücke ihrer Bestimmung übergeben werden. Seit 1985 ist sie ein Kulturdenkmal, 1996 wurde auf dem westlichen Brückenkopf eine Nepomuk-Statue aus Lahnmarmor errichtet. Wer mehr über die Geschichte und Förderung dieses ganz besonderen Baumaterials erfahren will, kann am Bahnhof in Villmar das Lahn-Marmor-Museum und einen alten Steinbruch besuchen. In der örtlichen Barockkirche St. Peter und Paul sind zahlreiche Arbeiten aus Lahn-Marmor zu bewundern, der Lahn-Radweg verbindet als „Marmorroute“ vielfältige Sehenswürdigkeiten von Wetzlar bis Bad Ems.

 

 

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