Mehr als nur Kulisse – Film- und Literaturschauplätze

Pressedienst vom 29. Juni 2022

Die historischen Schlösser und Dörfer in Rheinland-Pfalz dienten schon oft als Schauplatz von Romanen und Filmkulissen. Dieser Pressedienst lädt dazu ein, sich auf die Spuren von Goethe, Edgar Reitz und Indiana Jones zu begeben. Touristische Erlebnisse rund um Film- und Literaturschauplätze


29.06.2022

Werthers Wurzeln

Auf Goethes Spuren durch Wetzlar an der Lahn

Mit seinen verwinkelten, von Fachwerkhäusern gesäumten Gassen, seinen mittelalterlichen Plätzen und einem alles überragenden Dom ist Wetzlar im Lahntal ein beliebtes Ziel bei Besuchern. Diese romantische Kulisse ist auch Schauplatz des berühmten Briefromans „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Schmerzhafte Dreiecksbeziehung

Vor genau 250 Jahren kam der 23-Jährige Goethe als Rechtspraktikant in die Stadt - die „Juristerei“ beschäftigte ihn allerdings nur nebenbei. Eifrig ging er seinen künstlerischen Neigungen nach und streifte durch die Umgebung. Auf einem Ball lernte er Charlotte Buff kennen und verliebte sich leidenschaftlich in sie. Sie war allerdings längst mit Johann Christian Kestner verlobt, mit dem sich Goethe ebenfalls anfreundete. So entstand eine für ihn schmerzhafte Dreiecksbeziehung, aus der er sich befreite, indem er die Stadt schon vier Monate nach seiner Ankunft Hals über Kopf wieder verließ.

Das Werk machte ihn berühmt

Zwei Jahre später verewigte der Dichter seine Erlebnisse in seinem Roman „Die Leiden des jungen Werthers“. Er verband darin seine Erfahrungen mit dem Tod Karl Wilhelm Jerusalems, der sich 1772 in Wetzlar wegen einer unglücklichen Liebe zu einer verheirateten Frau erschossen hatte. Mit diesem Buch, in dem Goethe auch verschiedene Schauplätze in der Stadt beschreibt, wurde der Dichter berühmt.

Musical im Lottehof

Bis September wird beim „Wetzlarer Goethesommer – 250 Jahre Goethe in Wetzlar“ mit Lesungen, Stadt- und Museumsführungen, Ausstellungen, Theater- und Musikveranstaltungen an die Zeit des jungen Dichters in der Stadt erinnert. „Lotte – Das Musical“, ist  am Originalschauplatz im Lottehof zu sehen und zählt dabei zu den Höhepunkten des Programms. 

„Werther-Fieber“ in der Ausstellung 

Im Lottehaus in Wetzlar, dem Elternhaus von Charlotte Buff, tauchen Besucher zwischen historischen Möbeln, Gemälden und Haushaltsgegenständen in die Welt des 18. Jahrhunderts und der Familie Buff ein. Drei Räume des Hauses sind Goethes „Werther“ gewidmet. Sie zeigen den Erstdruck des Werks, internationale Ausgaben, Gemälde mit literarischen Motiven des Romans und viele weitere Exponate, die die Wirkung in der damaligen Zeit ­– das „Werther-Fieber“ – spürbar machen. Auch bei Kostümführungen mit Lotte und Goethe, Stadtführungen auf Goethes Spuren, einer Wanderung auf dem Goetheweg oder einer kulinarischen Stadtführung mit Goethe-Menü können Besucher mehr über den berühmten Dichter und seine unerfüllte Liebe erfahren. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/lahn 

Weitere Informationen zu den Ausflugszielen unter www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Lottehaus_Wetzlar/infosystem.html sowie www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Altstadt-Wetzlar_Wetzlar/infosystem.html


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/1a030b00-f6c5-11ec-b963-5d819074789c

https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/c26627e0-e584-11ea-b253-6bacdca543a0

https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/812f37d0-160e-11ea-845d-dbfa60a18b6e

https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/234647d0-0334-11e6-943a-171bbde8e11c

https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/c7844680-e584-11ea-b253-6bacdca543a0

29.06.2022

Indiana Jones in der Eifel

Schloss Bürresheim als Schauplatz spannender Filme und Führungen

Das eindrucksvolle Bauwerk scheint mit seinen spitzen Dächern und zahlreichen Erkern einem Märchenbuch entsprungen zu sein: Schloss Bürresheim nahe Mayen in der Eifel stammt aus dem Mittelalter und ist über die Jahrhunderte von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont geblieben. Den Hof umgeben Gebäude mit buntem Fachwerk und zahlreichen Türmchen aus fünf verschiedenen Epochen. Ein besonderes Schmuckstück ist der Barockgarten, der dem Schloss im Süden zu Füßen liegt und schon auf vielen Gemälden sowie in einem Werbefilm für „4711 Echt Kölnisch Wasser“ eine Rolle spielte.

Außenaufnahmen für „Indiana Jones“ 

Das einzigartige Ensemble ist auch eine gefragte Kinofilmkulisse und sein Ruf reicht sogar bis nach Hollywood: Steven Spielbergs Welterfolg „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ von 1989 zeigt eine Außenaufnahme des verwunschenen Bauwerks. Es stellt das fiktive Schloss Brunwald an der deutsch-österreichischen Grenze dar, in dem Professor Henry Jones Senior festgehalten wird. 

Im Kinderfilm „Der Prinz und der Prügelknabe“, der 1995 erschienen ist, fliehen die beiden Titelhelden aus Schloss Bürresheim. Außerdem diente es als Kulisse für den in der ARD-Märchenreihe „Acht auf einen Streich“ gedrehten Film „Rumpelstilzchen“ aus dem Jahr 2009.

Zeugnis adeliger Wohnkultur

Generationen von Adeligen wohnten bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Schloss Bürresheim. Die Inneneinrichtung blieb nahezu unverändert erhalten und ist ein einmaliges Zeugnis feudaler Wohnkultur vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. Bei Führungen können Besucher durch die historischen Räume wandeln. Besonders unterhaltsam geht es beim Stationentheater „Schlossgeflüster“ zu, das zwei Schauspieler am 3. Juli, 7. August, 4. September und 2. Oktober veranstalten. Dabei flanieren sie mit ihren Begleitern durch die Gemächer, wechseln in atemberaubendem Tempo ihre Kostüme und Rollen und erzählen zu jedem Raum eine besondere Geschichte. 

Zeitreise mit „Des Kaysers Bombardier“

„Wein oder Wahrheit“ heißt die vergnügliche Weinprobe am 1. Juli im Innenhof, bei der Baron von Münchhausen von seinen Reisen erzählt. „Des Kaysers Bombardier“ - ein Soldat aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs - demonstriert am 31. Juli, 25. September und am 3. Oktober seinen Zuschauern, wie damals die Waffen funktionierten. Eine „Living History“-Veranstaltung, bei der sich die Zuschauer so fühlen können, als seien sie mitten in einem Historienfilm. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/eifel und https://www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Schloss-Buerresheim-in-St-Johann_St-Johann/infosystem.html 

 


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/51c392f0-f6c3-11ec-b963-5d819074789c

https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/4e60dff0-f6c3-11ec-b963-5d819074789c

29.06.2022

Filmdorf an der Mosel

Das mittelalterliche Beilstein diente zahlreichen Kinoerfolgen als Kulisse

Verwinkelte Gassen, schmale Stiegen und Torbögen liegen zwischen den Fachwerkhäusern am Ufer der Mosel. Der Marktplatz aus dem 14. Jahrhundert, die historische Winzerschänke an der Klostertreppe und das Zehnthaus mit seinem eindrucksvollen Gewölbekeller zählen zu den besonderen Sehenswürdigkeiten in Beilstein. Rechts und links erheben sich Weinberge und über allem thront die Burgruine Metternich. Ein Anblick wie aus längst vergangenen Zeiten, deshalb trägt die 140-Einwohner-Gemeinde auch den Namen „Dornröschen der Mosel“. 

Dreharbeiten mit Heinz Rühmann 

In kaum einem anderen Dorf der Region hat sich das mittelalterliche Stadtbild so gut erhalten. Der gesamte Ortskern steht heute als Ensemble unter Denkmalschutz. Eine romantische Kulisse, die schon seit langem nicht nur Touristen, sondern auch Filmteams anzieht. So kam auch Heinz Rühmann 1936 für Dreharbeiten zu „Wenn wir alle Engel wären“ nach Beilstein. 

In den 1950er-Jahren war der Ort Schauplatz zahlreicher weiterer Heimatfilme, wie „Der fröhliche Weinberg“ mit Gustav Knuth, Paul Henckels, Camilla Spira und Willy Millowitsch. Szenen zu „Der Schinderhannes“ mit Curd Jürgens und Maria Schell in den Hauptrollen wurden hier gedreht und in „Der wahre Jakob“ ist Willy Millowitsch auf der Treppe zu sehen, die zum Klosterberg hinaufführt.

Komparse als Stadtführer

Jahrzehnte später suchte der britische Fernsehsender BBC nach einem typisch deutschen Dorf aus dem frühen 19. Jahrhundert – und wurde in Beilstein fündig. Das Team drehte dann 1998 über eine Woche lang vor Ort für die TV-Serie „Vanity Fair“. Einer der rund 30 Beilsteiner, die damals als Komparsen am Film beteiligt waren, ist Rainer Vitz. Heute führt er interessierte Besucher durch die Stadt. Bei seiner Tour „700 Jahre Beilstein“ erzählt er viele unterhaltsame Anekdoten rund um die Filmgeschichte des Orts. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/mosel und www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Historische-Stadtfuehrung-durch-Beilstein_Beilst/infosystem.html


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/8d534b50-f6c1-11ec-b963-5d819074789c

29.06.2022

Auf den Spuren der Erfolgs-Trilogie „Heimat“

Neues Edgar-Reitz-Filmhaus in Simmern im Hunsrück

Die mehrfach ausgezeichnete Trilogie „Heimat“ hat den Filmemacher Edgar Reitz international bekannt gemacht. Die Familienchronik, in die das weltpolitische Geschehen ab dem Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Jahrtausendwende einfließt, war in einem fiktiven Dorf im Hunsrück angesiedelt – und damit in der Heimat des Regisseurs. Auch sein mit der Trilogie verwandter Film „Die andere Heimat“ dreht sich um Menschen aus dem Hunsrück, die im 19. Jahrhundert nach Brasilien auswanderten. Darin finden sich ebenfalls bekannte Schauplätze der Region.

Museum mit Kinoplakaten und Requisiten

In das filmische Werk des Regisseurs können Besucher im neuen Edgar-Reitz-Filmhaus in Simmern eintauchen. Die großformatigen Plakate, die für die Filme werben, sind eine besondere Attraktion. Sie stammen von dem in Trier geborenen Künstler Willi Laschet, einem der letzten Maler großflächiger Kinoplakate. Die Ausstellung präsentiert außerdem zahlreiche Requisiten und Set-Fotos von den Dreharbeiten, die bislang im Hunsrück-Museum zu sehen waren. Das Filmhaus wird während der „Heimat Europa Filmfestspiele“ vom 19. August bis zum 10. September in Simmern eröffnet.

Einkehren im Günderode-Filmhaus

Im Hunsrück und auch am Romantischen Rhein kann man an weiteren Orten auf „Heimat“-Spurensuche gehen. Das Günderode-Filmhaus liegt in den Weinbergen über Oberwesel und dient als Dreh- und Angelpunkt im dritten Teil der Reihe. Das über 200 Jahre alte Bauwerk stammt aus Seibersbach im Hunsrück. Ein Restaurator hat es abgetragen und für den Film an seinem heutigen Standort wieder aufgebaut. Im Laufe der Dreharbeiten wurde es restauriert und von der baufälligen Fachruine zum schmucken Fachwerkhaus. Heute steht es als Filmhaus-Museum Besuchern offen. Man kann dort außerdem einkehren und zu typischen regionalen Gerichten den Blick über den Rhein genießen. 

Café Heimat mit Kino

Der ehemalige Uhrmacherladen von Edgar Reitz‘ Vater in Morbach beherbergt heute das Café Heimat mit eigener Rösterei. Darüber hinaus gibt dort eine kostenlose Ausstellung mit Requisiten, Kostümen und Drehbüchern Einblicke in das Werk des Filmemachers. Im Anbau des Cafés liegt mit 30 Plätzen das kleinste Kino in Rheinland-Pfalz mit moderner Bild- und Tontechnik. Es trägt den Namen „Heimat“, zählt zu den Programmkinos und zeigt auch Filme von Edgar Reitz. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/hunsrueck 

Weitere Informationen zu den Ausflugsielen unter www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/HEIMAT-Drehort_Gehlweiler/infosystem.html und www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Cafe-Heimat_Morbach/infosystem.html


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/f41d2bc0-f6c7-11ec-b963-5d819074789c

https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/f67091a0-f6c7-11ec-b963-5d819074789c