Das Land von Eis und Feuer - Erdgeschichte zum Erleben

Pressedienst vom 26. Oktober 2022

Die Natur ist immer in Bewegung. Rheinland-Pfalz ist geprägt von außergewöhnlichen und imposanten Naturereignissen, die ihre Spuren in der Landschaft hinterlassen haben und die man so vielleicht gar nicht vermutet hätte. Wanderwege und Kultureinrichtungen laden dazu ein, mehr über diese spannenden, viele Millionen Jahre alten Geschichten zu erfahren und die ein oder andere Überraschung zu entdecken. 


26.10.2022

Fenster in die Erdgeschichte

Zeitreise im Naturpark Saar-Hunsrück durch 400 Millionen Jahre

Zwölf Geotouren im Naturpark Saar-Hunsrück laden zu einer Zeitreise ein und öffnen die Fenster in die Erdgeschichte. Vom Erdaltertum, dem Devon, bis in die Erdneuzeit, dem Quartär, geben diese Touren interessante und erlebnisreiche Einblicke in die geologische Entwicklung der Region in über 400 Millionen Jahren. Die Geotouren nutzen die Routen bereits bestehender Traumschleifen. An interessanten Geopunkten gibt es Informationen zu den geologischen Schätzen, die vor Ort per QR-Code mit dem Smartphone abgerufen werden können.

Bizarre Felsen auf dem Rockenburger Urwaldpfad

Auch die Traumschleife Rockenburger Urwaldpfad wurde als Devon-Tour in die Geotouren des Naturparks Saar-Hunsrück aufgenommen. Auf ihrer fast zwölf Kilometer langen Strecke rund um die Orte Prosterath und Beuren sind neben dem idyllischen Dhrontal und dem Tal der Kleinen Dhron mehrere Quarzit-Härtlinge, die während des Erdzeitalters entstanden sind, die Höhepunkte der Tour. Die Prosterather Wacken, der Hütterley und der Hohenstein sind hohe Gesteinsfelsen, die im Devon durch Auffaltung und unter hohem Druck aus Sandablagerungen entstanden sind. Umgeben von weicherem Gestein wie Schiefer und Grauwacke, ragen die Härtlinge als bizarre Felsgebilde hervor.

Steinernes Tor und Zahnwurzel des Prosterather Wacken

Die anfangs fast unscheinbar wirkenden Felsen werden im Laufe der Wanderung mächtiger, breiter und höher. Flechten, Moose und Farne überwuchern die Gesteinsbrocken, die sich im Tal der Kleinen Dhron bis zu 40 Meter hoch auftürmen. Auf dem Weg nach Prosterath führt die Traumschleife durch das „Steinerne Tor“, das in mühseliger Handarbeit in den Felsen gehauen wurde, um einen Weg anzulegen. Nachdem das Felsentor durchquert ist, wird die „Zahnwurzel“, die bereits zum Quarzitriegel des Prosterather Wacken gehört, sichtbar. Seine mächtigen Ausläufer ragen bis in den Ort Prosterath hinein, einige Felsen sind sogar in die Dorfstruktur integriert.

Weitere Infos gibt es online unter www.rlp-tourismus.de/hunsrueck sowie www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/wanderung/traumschleife-rockenburger-urwaldpfad/1519198/ 


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26.10.2022

Feurige Eifel am Mosenberg

Mondlandschaft und Kratersee im Vulkanerlebnispark bei Bettenfeld

Der Vulkanismus in der Eifel ist bis heute lebendig: Die Vulkane schlummern zurzeit friedlich, sie sind aber keineswegs erloschen. Ihre explosive Welt können Besucher im Vulkanerlebnispark Mosenberg kennenlernen. Rund um den Mosenberg bei Bettenfeld gruppieren sich fünf Schlackenkegel. In einem von ihnen verbirgt sich der Windsborn Kratersee. Er ist der einzige Kratersee nördlich der Alpen.

Der jederzeit frei zugängliche Vulkanerlebnispark, der auf den ersten Blick wie eine karge Mondlandschaft mit jeder Menge Schotter und Gestein aussieht, öffnet ein Fenster in die feurige Erdgeschichte der Eifel. Auf Tafeln und im Informationspavillon werden die Hintergründe zum Vulkanismus in der Eifel offenbart: Welche Zusammensetzung haben die vulkanischen Gesteine, die bei den Vulkanausbrüchen vor Jahrtausenden aus dem Erdinneren geschleudert wurden? Was sind Pyroklastika, Lapilli und Schweißschlacke?

Rundwanderung von Manderscheid nach Meerfeld 

Der Vulkanerlebnispark ist nur zu Fuß erreichbar. Den Besuch kann man gut mit einer Wanderung verbinden. Wer längere Touren mag, nimmt sich Deutschlands Schönsten Wanderweg 2021, den „VulkaMaar-Pfad“ vor, der in einer Rundtour über 27 Kilometer von Manderscheid durch den Vulkanerlebnispark Mosenberg nach Meerfeld führt. Auf dieser Tour, die sich auch gut in zwei Etappen mit dem Zwischenziel Meerfeld teilen lässt, kommen Wanderer dem Zusammenspiel der Elemente ganz nah. 

Weitere Infos gibt es online unter www.rlp-tourismus.de/eifel sowie www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/wanderung/vulkaneifel-pfad-vulkamaar-pfad-2-tages-tour-manderscheid-meerfeld/1520888/ 


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26.10.2022

Hai-Society der Urzeit

Der Küstenweg in Alzey-Weinheim in Rheinhessen

Einen Küstenweg in Rheinhessen erwarten die wenigsten Besucher. Aber es gibt ihn, denn im Mainzer Becken wogte vor 30 Millionen Jahren ein subtropisches Meer. Viele Gestein- und Fossilienfunde belegen die vielfältige Unterwasserwelt des Urmeeres. Dort, wo heute in der Rebenlandschaft gute Weine reifen, tummelten sich früher Haie, Rochen und Seekühe. Der Küstenweg bei Alzey-Weinheim verbindet weite Ausblicke über das rheinhessische Hügelland mit einer spannenden Zeitreise in die urgeschichtliche Vergangenheit der Region.

Entlang der Meeresbucht zur Weinheimer Trift

Der Ausgangspunkt der Wanderung liegt an der Hauptstraße von Weinheim, einem Stadtteil von Alzey. Die kleine Kapelle des Weinguts Heiligenblut aus dem 18. Jahrhundert begrüßt die Wanderer auf dem Küstenweg entlang der urzeitlichen Weinheimer Bucht. An ihrem östlichen Ende liegt das erste Naturdenkmal auf der Wanderung. Die Trift ist eine ehemalige Sandgrube, die sich meterhoch vor den Wanderern aufbaut. Dank der vielen und gut erhaltenen Fossilien, die dort gefunden wurden, ist sie mittlerweile weltweit bekannt. Im Querschnitt durch den urzeitlichen Meeresboden sind selbst aus einiger Entfernung Muscheln im Sand zu erkennen.

Austernschalen und viele Haifischzähne

Der Wanderweg führt mitten durch die rheinhessische Hügellandschaft weiter bergauf. Zu beiden Seiten säumen Rebstöcke den Weg. Der Weinbau auf den vorwiegend nach Süden geneigten Hängen der Lagen „Hölle“ und „Heiliger Blutberg“ hat in Weinheim seit dem 8. Jahrhundert Tradition. Nach mehreren gemütlichen Kilometern erreicht man die Sandgrube „Zeilstück“ am Nordwest-Ende der Weinheimer Bucht. Eine Aussichtsplattform auf dem Naturdenkmal gewährt einen guten Einblick in die vom Urmeer ausgehöhlten Sandsteinfelsen. Dort wurden zahlreiche Austernschalen entdeckt. An der Neumühle fand man besonders viele Haifischzähne. Insgesamt konnten dort mehr als 20 Hai- und Rochenarten, zahlreiche Knochenfische und Seekühe sowie eine bis dahin gänzlich unbekannte Meeresschildkröte nachgewiesen werden.

Weitere Infos gibt es online unter www.rlp-tourismus.de/rheinhessen sowie www.rheinhessen.de/kuestenwege-rheinhessen/kuestenweg-rheinhessen-rundweg-weinheimer-bucht 


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/efb8e2d0-7820-11eb-b846-0183c9c384e7

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26.10.2022

Stein, Wein und Farbe im Naheland

Farbenspiel bunter Weinbergsmauern rund um Wallhausen

Eine aussichtsreiche Rundwanderung um Wallhausen verspricht, ein einzigartiges Farbenspiel der Bodenarten zu entdecken und gibt der zwölf Kilometer langen Vitaltour „Stein, Wein und Farbe“ damit ihren Namen. Unterwegs erläutern Informationstafeln die Zusammenhänge zwischen Erdgeschichte, Terroir, Bodennutzung und Architektur. Der Weinort Wallhausen liegt am Rande einer großen geologischen Nahtstelle zwischen rheinischem Schiefergebirge und dem Saar-Nahe-Becken. Das ist an den vielen unterschiedlichen Gesteinsarten zu erkennen: silbergrauer Phyllit, flaschengrüner Verwitterungsschiefer, schwarzgrauer Tonstein, hellgelber Sandstein, ockerfarbener Quarzit und violett-rotes Konglomerat. 

Weinbergschaukel auf dem Wallhäuser Johannisberg

Jeder dieser Böden besitzt eine eigene Färbung, Struktur und Zusammensetzung und macht damit nicht nur die Landschaft und die Wanderung einzigartig, sondern auch die Wallhäuser Weine. Die Weinbergschaukel auf dem Johannisberg ist ein perfekter Platz, um die Aussicht entlang der Vitaltour bei einem Glas Wein zu genießen. Die Vitaltour schließt an die drei Kilometer lange Kultur-Tour durch das historische Weindorf Wallhausen mit seinen malerischen Gassen, Straßen und Plätzen, historischen Bauwerken aus heimischen Baumaterialien sowie Gaststätten, Straußwirtschaften und Winzerbetrieben an.

Weitere Infos gibt es online unter www.rlp-tourismus.de/nahe sowie www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/wanderung/vitaltour-stein-wein-farbe/1556593/


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26.10.2022

Polierter Kalkstein reiste um die Welt

Lahnmarmor-Museum am Urmeer-Riff in Villmar

Villmar an der Lahn und seine Umgebung sind das Zentrum des Lahnmarmors, ein wegen seiner reichen Farbenpracht hochgeschätzter, polierfähiger Kalkstein. Im Lahn-Marmor-Museum am Unicabruch sind alle Informationen über den Naturstein, seine geologische Entstehung und seinen Abbau zusammengetragen. Der Lahnmarmor entstand vor rund 380 Millionen Jahren. Die Vulkantätigkeit im devonischen Meer bildete Schalsteinsattel aus, die bis knapp unter die Wasseroberfläche reichten. 

Einmaliger Blick auf ein Stromatopore-Riff im Unicabruch

Darauf entstanden Riffe, die sich hauptsächlich mit Hilfe der Stromatoporen aufbauten, eine zwischen Schwämmen und Korallen angesiedelte, ausgestorbene Art von Meereslebewesen. Aber auch Korallen, Muscheln und Schnecken beteiligten sich am Aufbau der Riffe. Im Laufe der Erdgeschichte wurden sie durch Druck bei der Gebirgsbildung verfestigt. So entstand der schöne Lahnmarmor, der geologisch gesehen kein Marmor, sondern Massenkalk ist. Etwa 380 Meter hinter dem Lahn-Marmor-Museum befindet sich der Aufschluss „Unicabruch“, der mit einer glattgesägten und geschliffenen Wand einen einmaligen Blick auf ein Stromatopore-Riff offeriert.

Lahnmarmor in New York, Moskau und Berlin

Der Lahnmarmor wurde in vielen bedeutenden Gebäuden verbaut. Er ist in den berühmten Epitaphien des Mainzer Doms, im barocken Marmorbad des Weilburger Schlosses und im Marmorsaal des Kurhauses in Bad Ems sowie im Berliner und Würzburger Dom zu entdecken. Und er trat die Reise in die weite Welt an: Er wurde beim Bau der Eremitage in St. Petersburg und des Moskauer Kremls, der Eingangshalle des Empire-State-Buildings in New York sowie des Palastes des Maharadschas von Tagore in Indien verwendet.

Weitere Infos gibt es online unter www.rlp-tourismus.de/lahn sowie  www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Lahn-Marmor-Museum_Villmar/infosystem.html


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