Auf den Spuren der Poesie – Dichterorte in Rheinland-Pfalz

Pressedienst vom 23. November 2022

Dichter sind oft geprägt von der Landschaft und den Menschen in ihrer Heimat. In Rheinland-Pfalz kann man ihnen und ihren Werken in vielen Museen näherkommen: Peter Zirbes in Niederkail, August Becker in Klingenmünster, Jakob Kneip in Morshausen, Stefan Andres in Schweich und dem namenlosen Dichter der Nibelungensage in Worms.


23.11.2022

Auf den Spuren von „Hampit dem Jäger“

Morshausen im Hunsrück ehrt den Dichter Jakob Kneip mit einem Museum

Der Held seines erfolgreichsten Romans heißt „Hampit der Jäger“. Der Dichter Jakob Kneip (1881–1958) ist aber auch durch zahlreiche Gedichte und Essays sowie die Erzählungen der „Hunsrückweihnacht“ in ganz Deutschland bekannt geworden. Sein Geburtsort Morshausen im Hunsrück ehrt ihn mit einem Museum, das im historischen Backhaus neben der Kirche eingerichtet wurde. Dort sind Kneips Werke sowie Teile seines Arbeitszimmers samt umfangreicher Literatursammlung ausgestellt. Zu den vielen Exponaten des Landeshauptarchivs Koblenz, die dort zu sehen sind, gehören auch Bilder, die Jakob Kneip gemalt hat.

Marienstatue von Kneip gestiftet

Seine Eltern waren Bauern, der Weg als Dichter war ihm nicht in die Wiege gelegt. Doch der Pfarrer erkannte seine Begabung: Er unterrichtete ihn und später hat Kneip sein Abitur in Koblenz gemacht. Bereits mit 19 Jahren verließ er den Hunsrück, doch er blieb bis zu seinem Tod mit der Region verbunden. Auch in seinem 1927 veröffentlichten Roman „Hampit dem Jäger“ taucht der ein oder anderen Ort aus seiner alten Heimat als Schauplatz auf. Das Jakob-Kneip-Museum steht Besuchern nach telefonischer Anmeldung unter Telefon 0 26 05/28 74 oder 026 05/84 73 18 offen. 

Morshausen hat nicht nur ein Museum geschaffen und eine Straße nach ihm benannt. 1951 wurde an seinem 70. Geburtstag ihm zu Ehren eine 700 Jahre alte Eiche „Jakob-Kneip-Eiche“ getauft. Als Dank stiftete Kneip eine Marienstatue, die vor dem sechs Meter dicken Baumstamm steht. 

Auf der Traumschleife zu Hampit

Wanderer können sich dem Schriftsteller auch auf der Traumschleife Murscher Eselsche nähern, die an der „Alten Schule“ in der Jakob-Kneip-Straße startet. Auf der zehn Kilometer langen Tour geben Infotafeln Einblicke in das Leben und Werk des Schriftstellers. Unterwegs begegnet man „Hampit dem Jäger“, einer aus Holz geschnitzten Figur, bei der man Ausschnitte aus seinem gleichnamigen Roman lesen kann. Darin hat Kneip auch das Murscher Eselsche verewigt, das der Tour den Namen verdankt – ein Felssporn, dessen Form einem Eselskopf gleicht. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/hunsrueckwww.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Jakob-Kneip-Museum_Morshausen/infosystem.html und www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/wanderung/traumschleife-murscher-eselsche/3023014/


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23.11.2022

Die Poesie des ersten Eifeldichters

Peter Zirbes Häuschen in Niederkail ist heute ein Museum

Im kleinen Haus, dessen Dach mit Reet gedeckt ist, lebte der Dichter Peter Zirbes (1825–1901). Sein Vater Nikolaus hatte es 1829 in Niederkail in der Eifel erbaut. Heute erzählt es in seinem Inneren vom bescheidenen Alltag der Menschen, die sich im 19. Jahrhundert als Hausierer verdingten – und vom Leben Peter Zirbes, der seine Heimat in den Mittelpunkt seiner Werke stellte und als erster Eifeldichter gilt. 

Bescheidenes Dasein als Hausierer

Seine Eltern waren fahrende Händler und auch er verkaufte lange Zeit als Hausierer Steingut. In seinem Haus erinnern heute die handbemalten Steinkrüge und verzierten Porzellanteller daran, die in der Küche zu sehen sind. In der bescheidenen Wohnstube entdecken Besucher Ölgemälde, Zeichnungen und Handschriften des Dichters. Auch Fotos von ihm und seiner Frau Anna Maria sind zu sehen. 

Mehr als 500 Gedichte

Peter Zirbes begann schon als Hausierer zu schreiben, erntete dafür aber zu Lebzeiten viel Hohn und Spott. Mehr als 500 Gedichte hat er der Nachwelt hinterlassen. Sie beschäftigen sich mit Sagen und Begebenheiten seiner Heimat, sind aber auch von kritischen und fortschrittlichen Gedanken geprägt. Zeitungsartikel und Dankschreiben, die in seinem Haus ausgestellt sind, zeugen vom ungewöhnlichen Leben und beachtenswerten Werken des Dichters.

Kurzweilige Führungen durchs Haus

Seit das kleine Haus in den 1980er Jahren aufwendig restauriert wurde, wird es von dem 1981 gegründeten Peter-Zirbes-Kulturkreis und der Ortsgemeinde Landscheid betreut. Kurzweilige Führungen durch das Kleinod informieren über das Leben des Eifeldichters und geben einen Eindruck von seiner Poesie. Besichtigungen und Führungen sind nach Anmeldung unter Telefon 0 65 75/15 56 und 01 73/9 17 64 07 möglich. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/eifel  und   www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Peter-Zirbes-Geburtshaus-Niederkail_Landscheid/infosystem.html 


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23.11.2022

In der Heimat des Bestsellerautors Stefan Andres

Museum und Wanderweg führen auf die Spuren des Schriftstellers in Schweich an der Mosel

Der Schriftsteller Stefan Andres (1906-1970) hat seine Kindheit im Moselörtchen Schweich verbracht. Dort widmet sich eine Ausstellung im Niederprümer Hof dem Dichter, der in den 1950er-Jahren zu den meistgelesenen Autoren in Deutschland zählte. Er war ein christlicher Humanist und kritischer Betrachter seiner Zeit, der auch zu politischen Themen Stellung bezog, sich an Ostermärschen beteiligte und sich gegen das Wettrüsten im Kalten Krieg aussprach. 

Ausstellung mit Filmen und Erstausgaben

Das Museum in Schweich stellt unter anderem regionale Schauplätze vor, die im frühen literarischen Werk „Moselländische Novellen“ von Stefan Andres eine Rolle spielen. Fotos, Filme, Handschriften, Möbel und Dokumente bringen Besuchern den Autor näher. Sie erfahren dort mehr über seinen Lebensweg, der ihn auch nach Italien führte, wo er viele Jahrzehnte lebte. 

Zu seinen berühmtesten Werken gehören die Erzählung „El Greco malt den Großinquisitor“ und „Wir sind Utopia“. Die Ausstellung umfasst Erst- und Sonderausgaben sowie einige bibliophile Kostbarkeiten, wie das farbige Faksimile des Märchens „Die Häuser auf der Wolke“, das seine Tochter gestiftet hat. Auch die Sonderausgabe der Novelle „Wir sind Utopia“, die 1946 als Hilfe des YMCA für deutsche Kriegsgefangene in England gedruckt wurde, ist zu sehen. 

Wandern auf den Spuren des Schriftstellers

In Schweich startet außerdem der Stefan-Andres-Wanderweg, der ins Dhrontal führt, wo der Schriftsteller seine ersten Lebensjahre in einer Mühle verbrachte. Unterwegs folgen Wanderer auf der 21 Kilometer langen Tour seinen Werken und ihren Schauplätzen im Moselland. Sie führt durch stille, schattige Wälder, die besondere Weinkulturlandschaft und zu vier herrlichen Aussichtsplätzen. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/moselwww.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Kulturzentrum-Niederpruemer-Hof_Schweich/infosystem.html und www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/themenweg/der-stefan-andres-wanderweg-auf-den-spuren-des-dichters-stefan-andres/22917279/


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23.11.2022

Auf Schatzsuche im Nibelungenmuseum

Die Stadt Worms ist eng mit der berühmten Sage verbunden

Der Dichter, der das Nibelungenlied im Mittelalter geschrieben hat, begleitet Besucher durch das Museum in Worms. Im Audioguide leiht Mario Adorf dem unbekannten Verfasser seine Stimme. Er zitiert aus dem Heldenepos, erzählt von den Ereignissen, die der Sage zugrunde liegen, sowie dem „Mythos der Nibelungen“, an dem über die Jahrhunderte hinweg viele gestrickt – und den viele auch missbraucht haben. 

Königinnenstreit spielte in Worms

Das Nibelungenlied zählt seit 2009 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO und ist eng mit Worms verbunden. Der Streit von Kriemhild und Brünhild vor dem Dom ist eine der Szenen, die in der Stadt in Rheinhessen spielen, und auch der sagenhafte Nibelungenschatz soll ganz in der Nähe im Rhein ruhen. Das Nibelungenmuseum, das in zwei Türmen der Stadtmauer liegt, erzählt auf seine ganz eigene Weise von der berühmten Sage. Dank des Audioguides wird sie lebendig – und das Museum zum begehbaren Hörbuch.

Ein goldenes Zepter voller Bilder

Im sogenannten Sehturm steigen Besucher auf der Treppe nach oben und umkreisen dabei ein riesiges, goldenes Zepter, das in seiner Mitte hängt. Es ist bestückt mit zahlreichen Gemälden, Plakaten, Fotos und Textpassagen, die alle von der Nibelungensage erzählen. Besucher erfahren mehr über ihre Entstehung, ihren Inhalt und die vielfältigen Interpretationen. 

In der Stube des Dichters

Über den Wehrgang führt der Weg in den zweiten Turm, den Hörturm, mit der Schreibstube des unbekannten Dichters. Besucher nehmen auf einem hölzernen Thron Platz und hören Passagen des Originalliedes. Außerdem können sie dort mehr über die Literatur damaliger Zeit und die Quellen des Nibelungenliedes erfahren.

Im Untergeschoss liegt das „Mythenlabor“, der Multimediaraum des Hauses. Hier tauchen Besucher ein in die Welt der Märchen und Sagen und reisen virtuell ins Mittelalter. Außerdem sind dort alle Inhalte des Museums barrierefrei zugänglich, das große Zepter mit seinen Bildern wurde eigens dafür 3D-animiert. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/rheinhessen und  www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Nibelungenmuseum-Worms_Worms/infosystem.html 


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23.11.2022

Zu Besuch beim „Vater der Pfälzischen Volkskunde“

Klingenmünster hat August Becker ein Museum gewidmet

August Becker hat Dörfer, Landschaften, Gebirge, Flüsse, Handwerke und nicht zuletzt die Menschen, die ihn umgaben, genau beschrieben. Sein 1858 im Weber Verlag in Leipzig veröffentlichtes Buch „Die Pfalz und die Pfälzer“ war weit verbreitet und machte ihn zum „Vater der Pfälzischen Volkskunde“. Eine Erstlingsausgabe dieses Werkes ist heute im August-Becker-Museum in Klingenmünster zu sehen, dem Geburtsort des Schriftstellers in der Pfalz. Seine Enkelin Frieda Becker hat diese und andere literarische Werke aus dem Familienbesitz beigesteuert. Das Museum zeigt auch Manuskripte des bekannten Heimatdichters, wie das zum Roman „Meine Schwester“ von 1873. 

Museum im Geburtshaus

Die Ausstellung, die an August Becker (1828–1891) erinnert, hat seine Heimatgemeinde im ehemaligen Geburtshaus eingerichtet. Es dient auch als Heimatmuseum, das die Geschichte des Ortes lebendig erzählt. In Klingenmünster beginnt außerdem der literarische August-Becker-Wanderweg, der auf über 70 Kilometern und in mehreren Etappen zu Stationen aus Beckers Leben und zu den Schauplätzen seiner Werke führt. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/pfalzwww.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/August-Becker-Museum_Klingenmuenster/infosystem.html und www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/tour/wanderung/august-becker-wanderweg


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