Steinreich - Adelssitze in Rheinland-Pfalz

Pressedienst vom 28.09.2022

Burgen und Schlösser haben oft eine bewegte Geschichte. Das gilt auch für die Adelsfamilien, die dort zuhause waren. Mehr darüber erfährt man beim Besuch der prächtigen Bauwerke in Rheinland-Pfalz, wie Schloss Sayn und die Marksburg am Rhein, Burg Eltz in der Eifel. Auch die Ehrenburg an der Mosel sowie das Grafenschloss Diez und Schloss Oranienstein im Lahntal zeugen vom adeligem Leben.


28.09.2022

Auf den Spuren der Oranier an der Lahn

Im Grafenschloss Diez und auf Schloss Oranienstein lebten die Fürstinnen der Dynastie

In Diez an der Lahn stehen mit Schloss Oranienstein und dem Grafenschloss Diez zwei Bauwerke, die mit einer berühmten Königsfamilie in Verbindung stehen: den Oraniern. Sie stellen heute das niederländische Königshaus, doch ihre Wurzeln liegen in Deutschland. Der amtierende König Willem Alexander trägt deshalb unter anderem den Titel „Graf von Diez“. 

Schloss mit Museum hoch über der Altstadt

Die Fürstinnen der Dynastie hatten seit Beginn des 17. Jahrhunderts im Grafenschloss Diez ihren Witwensitz. Das mittelalterliche Bauwerk liegt über der Altstadt und ist mit seinen weißen Mauern, Türmchen und Zinnen weithin sichtbar. In den restaurierten Räumen des Schlosses gibt es eine Jugendherberge mit außergewöhnlichem historischem Flair. Auch ein Museum ist darin untergebracht, das die Geschichte von Diez als Residenz der Oranier, Militärstadt und Handelsplatz erzählt. Eine spannende Zeitreise, die viel zum Anfassen, Hören, Riechen und Ausprobieren bietet. 

Fürstin gründete die erste Apotheke

Den Oraniern ist auch die erste Apotheke in Diez zu verdanken: Fürstin Albertine Agnes, Prinzessin von Oranien, hatte sie 1674 gegründet. Daran erinnert die historische Apotheke im Museum und der Apothekengarten beim Grafenschloss mit seinen Arzneipflanzen. Im 18. Jahrhundert übernahm Johann Christian Wuth mit offizieller Genehmigung von Prinz Wilhelm von Oranien die Hofapotheke. Heute wird der Familienbetrieb in achter Generation als „Amtsapotheke Wuth“ geführt. 

Neuer Witwensitz auf Schloss Oranienstein

Das zweite, besonders repräsentative Monument der Adelsfamilie ist von einem Park umgeben und daher kaum einzusehen. Albertine Agnes von Oranien-Nassau ließ Schloss Oranienstein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf einem Felsplateau über der Lahn errichten. Es löste damals das Grafenschloss als Witwensitz ab, fortan hielten die Fürstinnen der Dynastie hier Hof. 

Barocke Pracht in den Sälen

Heute gehört das Schloss, das schon Ende des 19. Jahrhunderts als Kadettenanstalt genutzt wurde, der Bundeswehr. Ein Teil davon kann bei Führungen besichtigt werden. Der Marschallsaal, der Blau-Goldene Saal, das Gartenkabinett und weitere Räume sind reich mit Stuck und Malereien geschmückt. Im Barock setzte sich der Adel gerne mit eindrucksvollen Schlössern, schönen Kleidern und den besten Künstlern in Szene. Wer sich einer Schlossführung anschließt, kann mehr über diese Zeit erfahren – und darüber, wie eng die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden sind: Der Stammbaum führt in direkter Linie bis hin zu Catharina-Amalia, der aktuellen Thronfolgerin der Niederlande. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/lahntal und www.rlp-tourismus.com/de/erleben/familienspass-abenteuer/geschichten/schlafen-wie-die-grafen


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/42bbc8a0-6dc1-11ea-ac34-83538c49f344

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28.09.2022

Aus dem Leben der Fürstinnen zu Sayn-Wittgenstein

Ein Besuch im Neuen Museum Schloss Sayn und im Garten der Schmetterlinge in Bendorf am Rhein

Fürst Alexander und Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein locken Gäste mit Fürstenschloss&Schmetterlinge zu gleich zwei Attraktionen nach Bendorf-Sayn am Rhein: In der Ausstellung im Neuen Museum Schloss Sayn erzählen die „Grandes Dames“ der Familie mit zahlreichen Fotografien und Exponaten ihre Geschichte in einer sich dramatisch wandelnden Welt. Im Fürstlichen Schlosspark steht Besuchern der „Garten der Schmetterlinge“ offen. 

Jeden Tag schlüpfen filigrane Schönheiten

In den Glaspavillons erleben sie zwischen tropischen Pflanzen und plätschernden Wasserfällen zauberhafte Momente, wenn sie von Schmetterlingen umflattert werden. Bunte Falter aus Zentral- und Südamerika, aus Kenia, Uganda, Malaysia sowie Thailand flie­gen durch die Hallen. Rund 200 Schmetterlingspuppen treffen wöchentlich ein – speziell gezüchtet in den Heimatländern der Insekten. So schlüpfen Tag für Tag filigrane Schönheiten und erfreuen mit ihrer Farbenpracht die Besucher. 

Fotografien der Fürstin Marianne zu Sayn-Wittgenstein

Mit der Eintrittskarte ins Schmetterlingshaus kann man zugleich die Ausstellung im Neuen Museum Schloss Sayn anschauen. Darin verweben sich tausend Jahre Familiengeschichte mit den Biografien von zwei „Jahrhundert-Fürstinnen“. Zum einen sind die herausragenden Fotografien der 1919 geborenen Fürstin Mari­anne zu Sayn-Wittgenstein, Berufsfotografin und Mutter von Fürst Alexander, zu sehen. Sie zeigen die Entbehrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit genauso wie die gesellschaftlichen Auftritte der legendären „Mamarazza“ und Grande Dame der Salzburger Festspiele. Ein anderer Teil der Ausstellung widmet sich dem Leben am Hof der schönen und klugen russischen Fürstin Le­onilla (1816–1918), die sich vor 170 Jahren in Sayn niederließ und Kaiser und Könige empfin­g.

Erkundung mit App oder Sonderführung 

Im Museum und im Garten der Schmetterlinge kann man sich auf einen DigiWalk mit einer kostenlosen App begeben, die an verschiedenen Stationen Wissenswertes und Unterhaltsames vermittelt. Zahlreiche Sonderführungen für Kinder, Erwachsene und die ganze Familie ergänzen das Angebot. Der Garten der Schmetterlinge und das Neue Museum müssen am 4. und 5. Oktober 2022 ausnahmsweise wegen Reparaturarbeiten geschlossen bleiben. Abgesehen davon sind beide Attraktionen noch bis Ende November täglich geöffnet. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/romantischer-rheinwww.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Schloss-Sayn_Bendorf/infosystem.html  und www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Garten-der-Schmetterlinge_Bendorf/infosystem.html


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/caddf910-c528-11ea-9fc6-cb29e56aec97

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28.09.2022

Märchenhafte Ritterburg in Familienhand

Burg Eltz in der Eifel gehört seit 34 Generationen dem gleichnamigen Adelsgeschlecht

Umgeben von dichten Wäldern liegt Burg Eltz auf einem Felsen, den an drei Seiten der Elzbach umfließt. Das märchenhafte Ensemble in der Eifel verzaubert mit seiner steinernen Fassade und den vielen Türmchen, Erkern und Zinnen die Besucher und ist ein beliebtes Fotomotiv. Seit dem 12. Jahrhundert thront die Ritterburg über den Baumwipfeln – unbeschadet von Kriegen und in fast unverändertem Zustand. Doch das ist nicht das Einzige, was sie so außergewöhnlich macht: Burg Eltz ist seit 34 Generationen im Besitz des gleichnamigen Geschlechts. Das heutige Familienoberhaupt heißt Dr. Karl Graf von und zu Eltz Kempenich. 

Drei Linien teilten sich das Anwesen

Der Name Eltz tauchte zum ersten Mal 1157 in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Friedrich I. auf, die ein gewisser Rudolfus von Eltz bezeugte. Er bewohnte eine kleine Burganlage an der Elz, die den Weg zwischen Maifeld in der Eifel und der Mosel sicherte. Teile davon sind heute noch erhalten. 

Seine Nachfahren teilten Burg und Besitz in drei gleiche Anteile und führten fortan eigene Wappen: Eltz Kempenich mit einem goldenen Löwen, Eltz Rübenach mit einem silbernen Löwen und Eltz Rodendorf mit Büffelhörnern. Das Anwesen wurde zur sogenannten Ganerbenburg, auf der die Familien zusammenlebten. Die Linie Eltz Rodendorf starb im Verlauf der Jahrhunderte aus, 1815 gingen die Freiherren Eltz Rübenach um sich anderen Bereichen zu widmen, die Grafen Eltz Kempenich blieben – bis heute. 

Eine Burgküche wie vor 500 Jahren

In Führungen wird den Besuchern ein Blick in die vergangenen neun Jahrhunderte Bau- und Kulturgeschichte eröffnet. Sie durchschreiten etwa den imposanten Rittersaal und bewundern kostbare Exponate in der Rüst- und Schatzkammer. In der Rodendorfer Küche aus dem 15. Jahrhundert sieht es so aus, als könne gleich das nächste Mahl zubereitet werden. Ankleidezimmer, Schlafsaal und Schreibzimmer beeindrucken die Besucher mit ihren Wandmalereien.

Dazu steuern die Gästeführer unterhaltsame Anekdoten über die einstigen Burgherren und -frauen bei. Der Hauptwohnsitz der Familie liegt heute allerdings nicht mehr in der Burg. Wie in den Jahrhunderten zuvor wird sie von Kastellanen verwaltet, die heute noch genauso heißen und sich um den Erhalt des Ensembles und die vielen Gäste kümmern. Schon im Mittelalter kümmerten sich die einstigen Ritter im Auftrag der Burgeninhaber um die Organisation des alltäglichen Lebens in den Burgmauern. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/eifel und www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Burg-Eltz_Wierschem/infosystem.html


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/4ba98db0-0332-11e6-afad-77043aa852ef

https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/59ed2260-0332-11e6-aef2-5f0cf18c8208

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28.09.2022

Mittelalter an der Mosel

Die romantische Ehrenburg lockt Besucher mit vielen Veranstaltungen

Inmitten dichter Wälder ragt ein steiler Felsen empor, der seit Jahrhunderten die Mauern der Ehrenburg trägt. Ungewöhnlich sind die beiden hohen, miteinander verbundenen Türme, um die herum Höfe und Bastionen liegen. Vor nicht allzu langer Zeit war die Burg im Ort Brodenbach eine Ruine, doch in den vergangenen 20 Jahren wurde sie behutsam wieder aufgebaut. Heute lockt sie zahlreiche Besucher ins Ehrbachtal, ein Seitental der unteren Mosel. 

Das Bauwerk ging durch viele Hände

Die eindrucksvolle Burg, 1161 erstmals urkundlich erwähnt, hat eine bewegte Geschichte. Die Herren von Ehrenberg waren in mehrere Fehden verwickelt, bis die Anlage Ende des 14. Jahrhunderts in Erbfolge zunächst an Johann von Schönberg und später an weitere Adelige ging. Nachdem große Teile des Bauwerks 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg gesprengt wurden, gelangte es ein Jahrhundert später in den Besitz des Freiherrn von Stein. Anschließend waren die Grafen von Kielmansegg, von der Gröben und bis 1991 die Grafen von Kanitz Hausherren auf der Burg. Seitdem ist sie im Privatbesitz und ein Verein, der Freundeskreis der Ehrenburg, kümmert sich darum, das Gemäuer zu erhalten, zu restaurieren und wieder aufzubauen.

Mit Gauklerfest und gespenstischem Treiben

Heute wandeln dort große und kleine Besucher auf den Spuren der Ritter. Jeden Sonntag können sie Handwerkern zuschauen, mittelalterliche Klänge hören oder das Bogen- und Katapultschießen kennenlernen. 

Am 2. und 3. Oktober 2022 richtet die Burg ein großes Gauklerfest aus. Dann fliegen bunte Bälle, Keulen und Fackeln durch die Luft, der „Narrenkai“ verzaubert die Zuschauer mit Akrobatik und bringt sie mit seinen Possen zum Lachen. Am 31. Oktober und 1. November folgt das Geisterfest und in dunklen Gängen und Gewölben spielt sich Gespenstisches ab. Wer über Nacht ins Mittelalter eintauchen will: Ein Hotel heißt Gäste wie schon vor 850 Jahren auf der Burg willkommen – allerdings mit dem Komfort der heutigen Zeit.

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/mosel und www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Ehrenburg_Brodenbach/infosystem.html


https://bilder.rlp-tourismus.com/app.html#/view/fd345c10-0321-11e6-8834-d53fcc75697b

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28.09.2022

Reise in die Zeit der Katzenelnbogener

Unterwegs zur Marksburg am Romantischen Rhein

Mit ihrem Bergfried, ihren Toren und Bastionen thront die Marksburg 90 Meter über dem Städtchen Braubach im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Im Gegensatz zu vielen anderen wurde sie über die Jahrhunderte hinweg nicht zerstört und baulich kaum verändert. Auf der Höhenburg ist deshalb bis heute das Spätmittelalter sehr präsent.

Die begüterte Katzenelnbogener Burgherrschaft

Die Herren von Eppstein errichteten die Anlage ab etwa 1231 zum Schutz der nahegelegenen Silberminen. Die Burg wechselte mehrmals den Besitzer: Auf die Herren von Eppstein folgten die begüterten Grafen von Katzenelnbogen, die der Burg im 14. und 15. Jahrhundert ihr heutiges Aussehen verliehen. Sie gehörte später zu Hessen, dann zum Herzogtum Nassau und wurde im 19. Jahrhundert von Preußen annektiert. Um das Jahr 1900 erwarb die Deutsche Burgenvereinigung (DBV) das Ensemble und kümmert sich seitdem um die Instandhaltung. 

Schauspielführung auf wissenschaftlicher Basis

Bei einer der Führungen, die jeden Tag zwischen 10 und 17 Uhr angeboten werden, können sich Besucher im Rittersaal, dem Burgkeller und in vielen anderen Räumen ein Bild vom mittelalterlichen Leben machen. Auf besonders eindrückliche Weise vermittelt das eigens vom Europäischen Burgeninstitut entwickelte Programm „Gesichter der Geschichte“ wissenschaftlich fundierte Informationen. Dabei treten historisch verbriefte Persönlichkeiten bei Schauspielführungen im Gewand damaliger Zeit auf und präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse. Besucher können sich von Graf Philipp I. von Katzenelnbogen, seiner Frau Anna sowie von Klaus Kleinfisch, Kellermeister des Grafen Johann IV, von Katzenelnbogen, oder Benigna von Holzheim ins Spätmittelalter entführen lassen. Das Sonderführungsprogramm soll voraussichtlich im Oktober starten. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/romantischer-rhein und www.rlp-tourismus.com/de/infosystem/infosystem/Marksburg_Braubach/infosystem.html


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