Gerichte mit Geschichte - kulinarische Spezialitäten aus Rheinland-Pfalz

Pressedienst vom 10. November

 

Die regionale Küche in Rheinland-Pfalz ist vielfältig und greift auch auf alte Rezepte aus Omas Kochbuch oder ganz spezielle Traditionen der Regionen zurück. Einfache Gerichte der deftigen Bauernküche, bei der Kartoffeln und Fleisch eine große Rolle spielen, sind heute Delikatessen, die im Original oder von der Sterneküche verfeinert und von Köchen modern interpretiert aufgetischt werden. Der Pfälzische Saumagen wird in alle Welt verschickt, der Eifler Döppekooche als Martinsessen zelebriert und Omas "Gefillte Klees" sind im Hunsrück auch bei Wanderern beliebt. Den Idar-Obersteiner Spießbraten brachten Brasilien-Auswanderer in ihre Heimat an der Nahe.


10.11.2021

Döppekooche – die Leibspeise der Eifler

Traditioneller Topfkuchen als Festessen am St. Martinstag - auch zum Nachkochen

(rpt) In einer Zeit, als sich nur betuchte Leute ein Gänseessen am St. Martinstag leisten konnten, sollen sich die „kleinen Leute“ einen wohlschmeckenden Ersatz gebrutzelt haben. Der Döppekooche gilt seither in der Eifel als traditionelles Martinsessen. In der regionalen Küche erlebte das Gericht aber längst eine Renaissance und wird in vielen Restaurants und heimischen Küchen als traditionelles Eifeler Kartoffelgericht das ganze Jahr über als herzhafte oder süße Variante angeboten und genossen.

Das Geheimnis des Geschmacks liegt im gusseisernen Topf

Hergestellt wird der Döppekooche aus geriebenen Kartoffeln, unter die Speck, geriebene Zwiebeln, Eier, Salz und Muskat gemischt werden. Es gibt aber auch neue Varianten, zum Beispiel mit Gemüse, Kaninchen, Dips und pikanten Soßen. Bei der süßen Variante kommen Zimt, Äpfel und Rosinen zu den Kartoffeln. Am besten schmeckt diese Eifeler Spezialität, wenn sie in einem gusseisernen Topf zubereitet wird, der gut eingefettet und mit Speckscheiben ausgelegt ist. Nur dann erhält der Döppekooche im Backofen seinen speziellen Geschmack und eine schöne braune Kruste. Dieser wichtige Punkt der Zubereitung hat dem Gericht auch seinen Namen verliehen: Döppe bedeutet Topf.

In der Eifel haben sich viele Partner der Regionalmarke Eifel den Döppekooche auf die Speisekarten geschrieben - neben dem Rezept selbst sind dann auch die Zutaten regional und stammen von Eifeler Betrieben.

Rezept zum Nachkochen:

1 kg Kartoffeln werden geschält und grob gerieben. Kartoffelmasse in ein Tuch geben und auspressen. 2 Eier, 1 geriebene Zwiebel, 2 EL Stärke sowie Salz und Muskat zufügen und gut durchmengen. Einen gusseisernen Topf gut einfetten und mit 200 g Speckscheiben auslegen, abwechselnd Kartoffelmasse und Speckscheiben einfügen, obenauf sollte Kartoffelmasse sein. Im Backofen bei 200 Grad ca. 2 Stunden backen, bis eine schöne braune Kruste entsteht. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/eifel

 


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10.11.2021

Gefillte Klees – Leckerbissen aus dem Hunsrück

Traditionelle Kartoffelspezialität für den großen Hunger mit Hackfleisch-, Leberwurst- oder Pilzfüllung

(rpt) Einst kam sie von Südamerika nach Europa: die Kartoffel. Zuerst meist als Zierpflanze genutzt, dauerte es eine ganze Weile, bis sie den Weg als essbare Knolle in den Kochtopf fand. Kartoffeln sind seit mehreren Jahrhunderten das Grundnahrungsmittel der Bevölkerung im Hunsrück, 1723 wurde ihr Anbau in der Region zum ersten Mal erwähnt. Die Gerichte aus dem Mittelgebirge werden ohne viel Schnörkel zubereitet: bodenständig und schmackhaft. Die Ideenvielfalt der Hunsrücker Köche für die Zubereitung der Kartoffeln ist groß. Sie werden gebraten, gebacken, gedämpft, gequellt, als Stampes (Püree) gestampft, zu Grumbeersupp (Kartoffelsuppe) gekocht, zu Schales oder Dibbelabbes gerieben oder sogar zu Grommbeerworschd (Kartoffelwurst) verwurstet. 

Riesenkloß mit Speck-Sahnesoße und Apfelmus

Eine Spezialität aus der „Grumbeer“ oder „Grumbier“, so wie man die Kartoffel im Hunsrück nennt, sind die Hunsrücker „Gefillte Klees“ (gefüllte Klöße). Noch heute kommt das Gericht nicht nur zu Hause, sondern auch in den Gasthäusern und Restaurants der Region in unterschiedlichen Variationen auf den Tisch. Der zur Hälfte aus rohen und gekochten Kartoffeln bestehende Teig wird zu handflächengroßen Klößen geformt, in deren Mitte eine Füllung aus Hackfleisch oder auch Hackfleisch mit Leberwurst vermischt, gedrückt wird. Auch vegetarische Füllungen aus Brotwürfeln oder Pilzen sind denkbar. Serviert werden die Klöße in einer Speck-Sahnesauce und mit Apfelmus. 

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/hunsrueck

 


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10.11.2021

Saumagen – das Nationalgericht der Pfalz

Die Leibspeise der „Pälzer“ hat Liebhaber auf der ganzen Welt

(rpt) Von Weltruhm träumten die Bauern aus der Westpfalz vor rund 300 Jahren sicher nicht, als sie Kartoffeln in Stücke schnitten und zusammen mit Fleischstückchen und Gewürzen in sorgfältig gesäuberte Schweinemägen stopften, um alles zusammen stundenlang über dem Feuer garen zu lassen. Heute ist das einstige Arme-Leute-Essen eine Spezialität, die von pfälzischen Metzgern in alle Welt verschickt wird. Einen großen Anteil an der Berühmtheit des Pfälzer Saumagens hat Altkanzler Helmut Kohl, der in seiner langjährigen Amtszeit das Gericht seiner Heimat zum Kultessen auf jedem Bankett für Präsidenten und Politikerkollegen aus aller Welt erhob.

Köstlichkeit aus Kartoffeln, Schweinefleisch und Gewürzen

Ein handgeschriebenes Rezept aus dem Jahr 1865 gilt als Beweis dafür, dass die ersten Saumagen von der Sickinger Höhe in der Westpfalz stammen. Traditionell wachsen dort erstklassige Kartoffeln, die den Grundstein für die kulinarische Köstlichkeit bilden. Dazu kommen Schweinefleisch, Speck, Wurstbrät, Zwiebeln, Eier, Salz, Pfeffer und Majoran. Serviert wird der Saumagen in Scheiben geschnitten mit Kartoffelbrei und Sauerkraut.

Schon seit Langem hat der Saumagen auch Einzug in die feine Küche gehalten und wird dort modern interpretiert. Auf den Speisekarten reicht die Palette vom getrüffelten Milchferkelmagen bis zum Saumagen-Carpaccio. Ob Sternerestaurant, Pfälzer Hütte oder Weinstube - der Saumagen ist Tradition in der Pfalz. Traditionell findet in Landau auch regelmäßig der Internationale Saumagenwettbewerb statt.

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/pfalz

 


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10.11.2021

Spießbraten – Kultgericht in Idar-Oberstein

Karl Becker brachte das Churrasco-Rezept in seine Heimat

(rpt) Der Spießbraten gehört zu Idar-Oberstein an der Nahe wie die Printen zu Aachen oder der Lebkuchen zu Nürnberg. Karl Becker, ein Sohn der Stadt, brachte den Spießbraten hierher. Sein Vater hatte 1860 einen Edelsteinhandel gegründet. Doch die Achatvorkommen in Idar-Oberstein gingen immer mehr zurück, sodass viele Idar-Obersteiner ihre Heimat verließen. 

Auch Karl war einer der Auswanderer, die im Süden Brasiliens Fuß fassten. Die begehrten Edelsteine, vornehmlich Achate, waren dort leicht in Bächen und Flüssen zu finden. Karl Becker hatte bei seiner Heimkehr nicht nur Achate im Gepäck, sondern auch das Rezept für den Churrasco, ein Rindfleischgericht der Gauchos, das am Spieß über offenem Feuer zubereitet wird.

Die Fleischstücke müssen groß sein und dürfen 500 Gramm wiegen

In Idar-Oberstein fand diese Art der Fleischzubereitung großen Anklang. So groß, dass die Stadt noch heute jedes Jahr im Sommer fünf Tage lang ihr Spießbratenfest mit vielen Live-Acts feiert - es gilt als größtes Volksfest an der Nahe. Bei der Zubereitung des Spießbraten gab es mit der Zeit allerdings einige Abänderungen. Statt das Fleisch wie beim Churrasco nur in Salz zu marinieren, das vor dem Grillen abgeklopft wird, kamen als Zutaten Pfeffer, Knoblauch und Zwiebeln dazu. Außerdem wird das Fleisch immer über Buchenholz gegart. Wichtig an der Nahe: Die Fleischstücke müssen ordentlich groß sein und dürfen bis zu 500 Gramm wiegen.

Weitere Informationen unter www.rlp-tourismus.de/nahe

 


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